Hedwig Hintze-Gesellschaft
für historische Forschung und Bildung Bremen e.V.
und Hedwig Hintze-Institut Bremen

Aktuelles

Die Hedwig Hintze-Gesellschaft für historische Forschung und Bildung unter dem Vorsitz von Dr. Eva Schöck-Quinteros, Univ. Bremen pflegt seit einigen Jahren eine erfolgreiche Kooperation mit der Shakespeare Company Bremen im Projekt "Sprechende Akten". Der Schwerpunkt liegt bei der Vermittlung von historischen Themen von bremischer und überregionaler Bedeutung sowie in einer neuen Form von Geschichtsforschung und deren Präsentation unter Mitarbeit zahlreicher Studierender.

Nachwuchsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Projektplanung, Veranstaltungen und Veröffentlichungen gehören dennoch weiterhin in unser Programm.

Zur Mitgliederversammlung wird schriftlich eingeladen

Montag, 1. August 2016, 17 Uhr, Mitgliederversammlung im Universitätsarchiv

Die Hedwig Hintze-Gesellschaft feiert in diesem Jahr ihr 20jähriges Bestehen!

Mehrere Publikationen sind in den letzten Jahren in der Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts erschienen bzw. für die nächsten 2-3 Jahre in Arbeit. Siehe auch: Publikationen

Aktivitäten 2016

Ein neues Stück des Projekts „Aus den Akten auf die Bühne“ bei der bremer shakespeare company:

Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben: Neue szenische Lesung der Uni Bremen und bremer shakespeare company

Anlässlich der Flüchtlingssituation gibt das Projekt „Aus den Akten auf die Bühne“ Einblicke in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg und zeigt Parallelen zu heute auf / Premiere ist am 26. Mai Nach dem Ersten Weltkrieg verlassen in Europa Millionen von Menschen ihre Heimat. Sie flüchten von Ost nach West vor Krieg, Armut und hoffen auf ein besseres Leben. Forderungen nach Grenzschließungen und Abschiebungen werden in Deutschland laut. Warnungen vor „Ausländerflut“ und „Überfremdung“ machen sich breit. „Sind wir schutzlos gegen Ausländer?“, „Wird endlich durchgegriffen?“ sind nur einige Schlagzeilen der Presse. Wir befinden uns in den 1920er-Jahren in Deutschland. Große Reiche, wie Russland, die Österreichisch-Ungarische Monarchie und das Osmanische Reich lösen sich auf. Auch in Bremen suchen Menschen Zuflucht und Schutz. Zum Teil wollen sie von dort aus weiter nach Amerika. „Recherchiert man in alten Zeitungsartikeln, Dokumenten und Briefen, zeigen sich deutliche Parallelen zu heute auf “, sagt die Leiterin des Projekts „Aus den Akten auf die Bühne“ Dr. Eva Schöck-Quinteros von der Universität Bremen. „Parallelen sieht man vor allem darin, wie zum Teil über Geflüchtete gesprochen wurde.“ Seit 2007 bringen Eva Schöck-Quinteros und ihre Studierenden zusammen mit der bremer shakespeare company (bsc) historische Akten auf die Bühne und machen Bremer Geschichte lebendig. In ihrer neuen szenischen Lesung thematisieren sie die Flüchtlingsproblematik. Unter dem Titel „Geflüchtet, unerwünscht, abgeschoben – `Lästige Ausländer` in der Weimarer Republik“ ist am Donnerstag, 26. Mai 2016, um 19.30 Uhr Premiere in der bsc (Theater am Leibnizplatz, Schulstr. 26, 28199 Bremen). Karten gibt es für 13 Euro (erm. 6 Euro) im Vorverkauf im Foyer der Bremer Stadtbibliothek am Wall, telefonisch unter 0421-500 333 oder online unter www.shakespeare-company.com/vorverkauf/. Weitere Veranstaltungen sind im Herbst geplant. „Was heute die Grenzen im Süden sind, waren damals die Grenzen im Osten“.

Die neue szenische Lesung knüpft an das erste Projekt aus dem Jahr 2007 an. „Damals haben wir uns mit Ausländerinnen und Ausländern in der Weimarer Republik beschäftigt, die schon jahrelang in Bremen lebten“, so Schöck-Quinteros. Die aktuelle Flüchtlingssituation hat die Historikerin dazu veranlasst, das Thema der Ausweisungen und Abschiebungen mit dem Fokus auf Geflüchtete erneut aufzugreifen. „Was heute die Grenzen im Süden sind, waren damals die Grenzen im Osten“, so die Wissenschaftlerin. Natürlich gibt es auch gravierende Unterschiede: Deutschland war damals vom Krieg gezeichnet und es herrschte große Wohnungsnot. Vor allem „ostjüdische“ Flüchtlinge stießen auf Ablehnung. Wer war „nützlich“ und durfte bleiben? Wer war „lästig“ und musste gehen? Diese Formulierungen waren damals gang und gäbe. Die Entscheidungen trafen stets die Behörden. In der neuen Lesung wird der Umgang mit Ostjuden, den „fremdstämmigen Ostausländern“ gezeigt – auch anhand zahlreicher Quellen aus der Überlieferung der Reichsministerien aus dem Bundesarchiv.

Das Projekt „Aus den Akten auf die Bühne“ ist eine Erfolgsgeschichte, die schon lange über Bremen hinaus bekannt ist. Für jede neue szenische Lesung recherchieren Geschichtsstudierende monatelang zahlreiche Akten und arbeiten sie unter Leitung von Dr. Eva Schöck-Quinteros und mit Unterstützung des Bremer Staatsarchivs und anderen Einrichtungen in Bremen und Deutschland auf. Die Themen haben stets einen historischen Bezug zu Bremen.

Der Regisseur der bsc und Schauspieler Peter Lüchinger konzipiert aus dem umfangreichen Material eine szenische Lesung. Das Besondere dabei: Die Quellen werden von ihm gekürzt, aber nicht verändert. Sie bleiben authentisch. Mit seinen Kolleginnen und Kollegen der bsc bringt Lüchinger die Dokumente dann auf der Bühne zum Sprechen.

Seit mehreren Jahren werden die Akteurinnen und Akteure regelmäßig in die Bremische Landesvertretung nach Brüssel und in andere Städte zu szenischen Lesungen eingeladen. Auf Fachtagungen präsentieren Eva Schöck-Quinteros und Peter Lüchinger ihr Konzept. „Dass wir die Quellen in dieser authentischen Form auf die Bühne bringen ist deutschlandweit einzigartig“, so Lüchinger.

Auch Schulen zeigen sich interessiert. Dank der finanziellen Unterstützung der „unifreunde“, der Sparkasse Bremen, der Stiftung „die schwelle“ und des Bremer LidiceHauses gibt es eine Kooperation mit Bremer Schulen und außerschulischen Jugendbildungseinrichtungen. Schulen können das Quellenmaterial für ihren Unterricht nutzen. Dazu gehören zum Beispiel Polizeiverhöre, Gerichtsakten, Senatsprotokolle, Artikel aus der regionalen und überregionalen Presse oder Dokumente wie Feldpostbriefe und Tagebücher. Zudem bietet das Projekt für Schulklassen Workshops zu den recherchierten Themen. Auch szenische Lesungen in den Schulen sind möglich.

Informationen im Internet unter www.sprechende-akten.de. Folgen Sie dem Projekt auf der Facebookseite „Aus den Akten auf die Bühne“ (www.facebook.com/sprechende.akten).

Text nach der Pressemitteilung der Universität Bremen

Die Lesung "Prunk und Pleite..." ist noch weiter im Programm der Shakespeare Company

Prunk und Pleite einer Unternehmerdynastie

Prunk und Pleite einer Unternehmerdynastie
Der Konkurs der Nordwolle und die Bankenkrise 1931

Aufstieg und Ende der Bremer Dynastie Lahusen ◦◦◦ Vom Schloss in die Zelle ◦◦◦ Fünf Brüder und eine Pleite ◦◦◦ Das Prunkschloss der bankrotten Wollkönige ◦◦◦ Konkursverbrechen und Betrug ◦◦◦ Bremer Wirtschaftskapitäne im Kreuzfeuer der Kritik ◦◦◦ Ein schwarzer Freitag für die bremische Wirtschaftsehre ◦◦◦ Die Massen der Sparer warteten vergeblich ◦◦◦ Jeder will an sein Konto ◦◦◦ Gewittersturm über Europas Banken ◦◦◦ Mit reißerischen Schlagzeilen beschreibt die Presse im Sommer 1931 den Zustand der Nordwolle. Der Konkurs des größten europäischen Textilkonzerns hat dramatische Folgen nicht nur für Bremen: Die Banken werden geschlossen, das deutsche Finanzsystem kollabiert, die Wirtschaftskrise spitzt sich zu. Das Ansehen des „Bremer Kaufmanns“ ist auch im Ausland schwer beschädigt. Anfang 1931 sind die Lahusens auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen. G. Carl Lahusen, Vorstandsvorsitzender des Nordwollekonzerns, ist ein gefeierter „Wirtschaftsführer“ und Präses der Handelskammer Bremen. Er residiert mit seiner Familie auf Gut Hohehorst, das er zu einem schlossähnlichen Herrenhaus hatte umbauen lassen. In der Bremer Innenstadt entsteht ein prunkvolles Verwaltungsgebäude für den Konzern, das heutige Haus des Reichs. Nur wenige Monate später beginnt der rasante Absturz: Im Juli 1931 verhaftet die Polizei die Brüder G. Carl und Heinz Lahusen. Dies ist der Auftakt zu dem letzten großen Wirtschaftsprozess am Ende der Weimarer Republik. Nach langwierigen Ermittlungen wird das Hauptverfahren erst im August 1933 vor dem Landgericht Bremen eröffnet. Das Gericht verurteilt die Brüder Lahusen wegen Fälschung der Bilanzen und Veruntreuung durch persönliche Entnahmen im Dezember 1933 zu Haft- und Geldstrafen. Im Mittelpunkt der szenischen Lesung stehen Prunk und Pleite der berühmten Unternehmerdynastie und das eng verflochtene Netzwerk aus Wirtschaft und Politik, das bis heute viele Fragen aufwirft. Zum ersten Mal wird auch der bisher unbekannte Weg von G. Carl Lahusen nach seiner Haftentlassung verfolgt, der ihn nach Berlin und 1941 erneut vor Gericht führt.

Aufführungstermine und Eintrittspreise entnehmen Sie bitte der Website der bsc: www.shakespeare-company.com sowie der Tagespresse

Die Publikationen der Lesereihe sind bei den Aufführungen und an der Universität zu erwerben. Nähere Informationen bei der Projektleitung Dr. Eva Schöck-Quinteros unter esq@uni-bremen.de

Aktivitäten: Das war 2015

Vortrag

Radikal in der Avantgarde:
Die italienische Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für die europäische Demokratiegeschichte

Vortrag von Elisabeth Dickmann in der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen, Mittwoch, 28.01.2015, Villa Ichon, Bremen
Eine Kooperationsveranstaltung der Hedwig Hintze-Gesellschaft und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen

Tagung

Geschichte entdecken - erforschen - vermitteln
Tagung zur Würdigung der Forschungs- und Lehrtätigkeit von Dr. Eva Schöck-Quinteros, Universität Bremen

Samstag, 14. Februar 2015, 10 bis 18 Uhr, Gästehaus der Universität Bremen, Auf dem Teerhof

Beiträge von KollegInnen, befreundeten WissenschaftlerInnen und Studierenden zu den Forschungsgebieten von Dr. Schöck-Quinteros: Regional- und Sozialgeschichte, Genderforschung, Geschichtsvermittlung u.a.

Veranstalter: Bremer Universitäts-Archiv, Institut für Geschichte der Univ. Bremen, Hedwig Hintze-Gesellschaft Bremen

Anmeldung bis 01.02.2015 beim BUA unter dauks@uni-bremen.de

Eintritt frei, um freundliche Spenden wird gebeten

Aktivitäten 2013/2014

Neues Projekt der Reihe "Aus den Akten auf die Bühne"

Eine Stadt im Krieg: Bremen 1914-1918

Termine siehe Programm Bremer Shakespeare Company - Theater am Leibnizplatz, jeweils 19:30 Uhr. Karten an der Abendkasse

"Plötzlich wie über Nacht, ist das Gespenst eines Völkerkrieges zwischen den großen europäischen Nationen aufgetaucht. Ein Weltkrieg. Weiß man, was das bedeutet?", fragt am 28. Juli 1914 die Bremer Bürgerzeitung und warnt: "Gegen einen modernen Weltkrieg sehen alle früheren Kriege wie harmlose Streitereien aus. Nicht nur wegen der ungeheuer viel größeren Soldatenmassen und der Vervollkommnung der Mordwerkzeuge, sondern vor allem wegen der Wirkung des Krieges auf das Leben der Gesellschaft." In der sechsten Inszenierung der Reihe "Aus den Akten auf die Bühne" geht es um Bremen zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Wie verändert der Krieg das Leben in der Stadt, wie verändert er die Stadt selbst? Welche Hoffnungen, Erwartungen, Ängste löst er bei den Menschen aus? Wie gestalten, erleben und erleiden sie die "Heimatfront"? Hundert Jahre nach Beginn des Krieges werden überlieferte Dokumente zum Sprechen gebracht und "erzählen" dem Publikum von vergangenen Orten, Personen, Ereignissen und Entwicklungen in Bremen: der Bremer Theaterskandal im September 1914, die Nagelung des eisernen Roland, die Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers im Industriehafen und die Reaktionen der Bevölkerung auf die "feindlichen Soldaten", Briefe zwischen Männern und Frauen, zwischen Front und "Heimatfront", u.v.m. Die szenische Lesung zeichnet so das Bild einer Stadt, in der der Krieg allgegenwärtig ist. Eine Kooperation der Universität Bremen (Dr. Eva Schöck-Quinteros, Leitung) mit der Shakespeare Company Bremen
Text: Eva Schöck-Quinteros

Hinweis

Archivsplitter: Frauen, Männer, Macht

Ausstellung des Arbeitskreises Bremer Archive im Zentrum für Künstlerpublikationen / Weserburg /Teerhof 20

täglich 11-18 Uhr, Donnerstag 11-20 Uhr, Montag geschlossen. Eintritt frei

25 Bremer Archive präsentieren ausgewählte Materialien zur Genderthematik zum "Tag der Archive", der am 8. März mit dem Internationalen Frauentag zusammenfällt

Aktivitäten 2013

Mittwoch, 23. Januar 2013, 19.30 Uhr

Vortrag: Das Nationaldenkmal in Rom Idee - Geschichte - Bedeutung

Vortrag mit Bildbeispielen von Dr. Elisabeth Dickmann, Bremen

Eine Veranstaltung der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen in Kooperation mit der Hedwig Hintze - Gesellschaft Bremen
Weitere gemeinsame Veranstaltungen sind für 2014 geplant