Hedwig Hintze-Gesellschaft / Hedwig Hintze-Institut Bremen

Projekte

  • Neuauflage der Bibliographie Hedwig Hintze,
    von Barbara Deppe und Elisabeth Dickmann,
    Bremen 1997 (vergriffen)
    Ergänzt und erweitert von Elisabeth Dickmann, geplant für 2011/12

  • Hedwig Hintze:
    Verstreute Schriften
    Herausgegeben von Elisabeth Dickmann
    Teil 1: Historische Aufsätze, geplant für 2012
    Teil 2: Kulturwissenschaftliche Aufsätze, geplant für 2013

  • Das Projekt:
    "Aus den Akten auf die Bühne"

    Unter diesem Motto entstehen seit 2007 an der Universität Bremen Geschichts- und Theaterprojekte zu Themen aus der Vergangenheit der Hansestadt. Studierende des Instituts für Geschichtswissenschaft und SchauspielerInnen der bremer shakespeare company (bsc) entwickeln und inszenieren szenische Lesungen aus historischen Originaldokumenten.
    Das Konzept für dieses bundesweit einmalige Projekt, das geschichtswissenschaftliche und dramaturgische Arbeit miteinander verbindet, entwickelte die Bremer Historikerin Eva Schöck-Quinteros. Ziel ist es, Akten auf der Bühne zum Sprechen zu bringen und auf diese Weise einem breiten Publikum quellenbasierte Forschung zu einem aktuellen Thema zugänglich zu machen. Die szenische Lesung eignet sich hierfür hervorragend, denn sie verlässt sich auf die Sprache der Dokumente und erlaubt es, historische Texte ohne ergänzende Erläuterungen, Kommentare und Interpretationen vorzustellen.
    Das zweisemestriges Projekt ist ein Angebot im Studienschwerpunkt "Geschichte in der Öffentlichkeit". Die Studierenden sollen erfahren, wie lebendig und anschaulich historische Dokumente sein können und wie mit ihnen kreativ umgegangen werden kann. Sie sind an allen Arbeitsschritten zur Realisierung der Aufführungen beteiligt: Sie erarbeiten sich den historischen Kontext zu einem lokalgeschichtlichen Ereignis, recherchieren in Archiven und machen sich mit den Quellen vertraut. Diese werden von ihnen ausgewählt und transkribiert und bilden die Grundlage für die szenische Lesung der bsc. Außerdem verfassen die Studierenden Beiträge für einen Begleitband und unterstützen die Presse- und Öffentlickeitsarbeit durch die Gestaltung der Website und der Werbematerialien. Darüber hinaus bereiten sie Schülerinnen und Schüler durch eine Unterrichtseinheit auf den Besuch der szenischen Lesung vor und sie sorgen bei den Aufführungen zusammen mit dem Team der bsc für einen reibungslosen Ablauf.
    Die dramaturgische Gestaltung und künstlerische Umsetzung übernimmt die bremer shakespeare company unter der Leitung des Regisseurs und Schauspielers Peter Lüchinger. Als "regionales" Theater befasst es sich nicht nur mit den Werken William Shakespeares, sondern auch mit Themen der Stadt und ihrer Geschichte und arbeitet auf verschiedene Weise mit örtlichen Bildungseinrichtungen zusammen.
    Das Bremer Projekt reiht sich ein in einen neuen Trend des Umgangs und der Vermittlung von Geschichte mit theatralen Mitteln. In Museen, Gedenkstätten und Archiven wird das Theaterspielen als didaktisches Mittel der Aneignung und Auseinandersetzung mit Geschichte eingesetzt. Außerdem entstehen in Zusammenarbeit mit Schauspielerinnen und Schauspielern szenische Lesungen, Musicals, Revuen oder historische Stadtrundgänge. Darüber hinaus erfährt das mit historischem und aktuellem Material arbeitende Dokumentartheater seit einigen Jahren eine Erneuerung. Es verlässt sich bei der Darstellung komplexer gesellschaftlicher Themen auf die Aussagekraft von Originaldokumenten. "Diese Texte bedürfen keiner Zuspitzung, keiner Umformung in eine dramatische Handlung", erklärt der Regisseur Hans-Werner Kroesinger. "Die Faktizität der Ereignisse ist den Konventionen von Bühnentexten haushoch überlegen. Der dokumentarische Umgang im Theater ermöglicht die Auseinandersetzung mit einer uns heute noch betreffenden Diskussion in einer Art und Weise, wie sie nur im Theater zu leisten ist." (1)
    Im Rahmen der Konferenz "Forschendes Lernen. Hochschuldidaktische Konzepte und internationale Perspektiven", die im November 2010 an den Universitäten Bremen und Oldenburg sowie der Jakobs University Bremen stattfand, stellte Dr. Eva Schöck-Quinteros das Konzept der Projektreihe und die Verknüpfung von Forschung und Lehre vor. Ihr Vortrag "Aus den Akten auf die Bühne. Eine Kooperation zwischen Geschichtswissenschaft und Theater" steht Interessierten als mobile lecture zur Verfügung.
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    (1) Hans-Werner Kroesinger: Vorsicht Dokumentartheater. Kann aus Archivmaterial spannendes Theater entstehen?, in: Archivnachrichten (2007) Nr. 35, S. 22.

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